Was tun? Wie unterstütze ich eine Besetzung?

„Ich unterstütze den Erhalt und die Weiternutzung der Fachhochschule am Alten Markt. Wann passiert denn endlich mal was?“

„Öffentlich machen kann man solche Daten nicht, sonst ist es für Stadt und Polizei zu einfach, den Erhalt und die Weiternutzung des FH-Gebäudes zu vereiteln. Deshalb: bleibt aufmerksam und verfolgt Nachrichten um die Fachhochschule. Auf dem Laufenden bleibt Ihr auf jeden Fall über den Twitter @StehenLassen, den Potsdam Ticker @TickerPotsdam oder den Blog bittestehenlassen.noblogs.org.“

 „Das hört sich gut an! Aber wie läuft es ab? Ist eine Besetzung überhaupt das Richtige für mich?“

„Während einer Besetzung kann Jede*r einen Platz finden[1]. Je mehr Leute in der FH sind, desto besser. Gerade in der frühen Phase des Aufbaus einer gemeinschaftlichen Nutzung bei der Besetzung fallen unheimlich viele Aufgaben an:

  • Das Gebäude sichern, damit der offene Zugang für alle Menschen sichergestellt werden kann
  • Transpis malen (Farbe, Pinsel und Transpistoffe mitbringen)
  • Räume sichten, dekorieren und die Benutzung koordinieren
  • Essen mitbringen oder kochen
  • Verkleidungen mitbringen (Sonnenbrillen, Perücken, Schnurrbärte u.dgl.)
  • Musik machen und für gute Laune sorgen“

„Komme ich denn einfach so in das FH-Gebäude rein?“

„Das ist schwer zu sagen. Sehr viel hängt vom Verhalten der FH-Leitung und der Polizei ab. Wenn sie von Anfang an hart gegen die Weiternutzung vorgehen, könnte es schwierig werden, ins Gebäude zu kommen. Deshalb ist einfach geraten: seid am Tag X vor Ort, haltet die Augen offen und redet miteinander – dann finden sich Gelegenheiten.“

„Mache ich mich denn strafbar, wenn ich ins Gebäude gehe oder mich dort am Aufbau beteilige?“

„Bei Besetzungen handelt es sich stets um einen Hausfriedensbruch; betroffen wäre hier die Eigentümerin (Fachhochschule oder Stadt Potsdam). Außerdem kann noch Sachbeschädigung dazukommen. Beides wird nur auf Anzeige der Betroffenen verfolgt, doch kann eine Strafverfolgung auch bei besonderem öffentlichen Interesse eingeleitet werden.“

„Also habe ich das grundsätzlich richtig verstanden: den Besetzer*innen kann ziemlich was angehängt werden, wenn die Entscheidungsträger*innen sie fertig machen wollen.“

„Genau, so ist es. Deshalb ist es auch sehr wichtig, dass Ihr nicht mit der Polizei redet, Fotos oder Videos macht. Das bringt Leute sehr schnell in große Schwierigkeiten. Natürlich gibt es immer auch viele Möglichkeiten, eine Besetzung von außen zu unterstützen:

  • Vor Ort sein und Aufmerksamkeit auf das Geschehen lenken (Polizist*innen sind oft viel weniger rabiat, wenn sie beobachtet werden)
  • Menschenketten bilden, um das Gebäude zu schützen
  • Musik machen und Laut sein (Trillerpfeifen, Megaphone)
  • Den Alten Markt mit Leben füllen (Frisbees, Bälle, Seifenblasen, Skateboards, …)
  • Solidaritätskundgebunden organisieren (und an ihnen teilnehmen)
  • Essen kochen, Kuchen mitbringen“

„Alles klar, da finden sicher alle was zum Anpacken. Ich bin gespannt, was mit der Fachhochschule noch so passiert!“

 

Mit der Besetzung der FH soll ein Ort geschaffen werden, an dem es keine Mieten gibt, keinen Profit, keinen Konsumterror, keinen Kommerz. Ein Ort, der den Ausschlüssen der herrschenden Ordnung das Prinzip der gegenseitigen Hilfe entgegensetzt. Gleichzeitig wird damit die weitere Zerstörung des städtebaulichen Erbes von Generationen verhindert. Die Entscheidung darüber, ob diesem Unterfangen mit Unterstützung oder mit Polizeiknüppeln und Geldstrafen begegnet wird, liegt nicht bei uns. Sie liegt bei den Funktionär*innen von Fachhochschule, Stadt und Polizei. Darauf zu reagieren, ist die Sache der Mensche


[1] Nazis, Rassist*innen, Sexist*innen und Polizei werden aber nicht toleriert.

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